Wildbienen-Hummeln-Wespen
Systematik
der Bienen
In
Deutschland gibt es ca. 500 Wildbienenarten, in Europa ca. 700. Sie sind
unterteilt in sieben Familien. Sechs Familien gehören zur Gattung Solitärbienen
(Einsiedlerbienen). Eine Familie (echte Bienen) zu denen die Honigbienen,
Hummeln und Kuckuchshummeln (Schmarotzerhummeln) gehören.
Wildbienenarten sind auf Niststandorte und auf ihre Nahrungspflanzen angewiesen, so daß sie nur dort vorkommen. Hauptbestandteil der Larvennahrung ist der Pollen. Es gibt Bienen die ausschließlich an eine Pflanzenart gebunden sind (oligolektisch), andere Arten besuchen verschiedene Pflanzenarten (polylektisch).
Es gibt auch Schmarotzer- BienenE
Von den ca. 380
nestbauenden Wildbienenarten in Deutschland nisten 70% im Erdboden, anderen
nisten über dem Boden, vor allem in pflanzlichem Material.
Erdboden, Steilwände: Wald- und Waldrandboden, Feld- und Wiesenränder,
Böschungen, trockene Feldwiesen, Streuobstwiesen, Magerrasen, Brachen, Sand-,
Kies- und Lehmgruben, naturnahe Gärten und Parks bieten vielen Arten
Nistplätze. Erdhummeln suchen sich verlassene Bauten von Kleinsäugern,
Solitärbienen graben sich Nistgänge mit ihren Mandibeln und Beinen. Ein
Vertreter ist die Sandbiene Andrena nitida, die sich aber nicht auf
bestimmte Bodentypen beschränkt.
Oberflächen, Vertiefungen: Einige Arten bauen ihre Nester nicht in Röhren,
sondern freistehend mit Harz oder mineralischen oder pflanzlichem Mörtel an der
Erdoberfläche.
Morsches Altholz: Morsche Baumstümpfe und Äste sowie morsche Balken
von Schuppen, und Ställen stellen geeignete Nistplätze für viele Bienenarten,
die ihre Nistgänge selbst ausnagen, teils vorhandene Gänge nutzen. Ein Beispiel
ist die Blattschneiderbiene Megachile willughbiella, die in morschem
Holz unter der Rinde, aber auch in Fugen von Fachwerkhäusern und Trockenmauern
nistet. In größeren Hohlräumen, z. B. ehemaligen Vogelnestern, nisten
Baum- und Wiesenhummeln (Bombus hypnorum + pratorum).
Markhaltige Stengel: Pflanzenstengel, deren Mark schrumpft oder leicht
entfernt werden kann, sind die Wiegen vieler Wildbienenarten. Ein Vertreter
dieser Gruppe ist die verbreitete Maskenbiene (Hylaeus brevicornis), die
von Anfang Juni bis Anfang September in naturnahen Gärten und Parks zu finden
ist. Sie legt in dürren Zweigen von Brombeeren und Himbeeren und auch in
Käferfraßgängen in altem Holz 2–7 Brutzellen an.
Gallen, Schneckenhäuser: Manche Arten haben sich auf
Gallen spezialisiert. Die Ablage von Eiern und Pollenvorräten in einem
Schneckenhaus stellt eine weitere Spezialisierung dar, die in Mitteleuropa nur
bei Mauerbienen (Osmia spec.) vorkommt:
Neststrukturen: Liniennester Mehrere Zellen bzw. Kammern werden in
Pflanzenstengeln, Fraßgängen und anderen Röhren voreinander angelegt: Der
Deckel der ersten Kammer ist zugleich, der Boden der zweiten Kammer, deren
Deckel wiederum der Boden der dritten etc. Zweignester Ein Haupteingang
im Boden verzweigt sich in mehrere Seitengänge, die zu den Brutzellen führen. Haufennester
Einige Mauerbienen (Osmia spec.) sowie Megachile parietine errichten
freistehende Zellhaufen an Steinen, bei Anthidium strigatum sind es
Zellreihen. Anthidium manicatum und die Hummeln (Bombus spec.)
bauen Zellhaufen in Hohlräumen. Wabennester Furchenbienen graben
Waben im Boden, die Honigbiene fertigt Wachswaben in Hohlräumen.